Erwin Carigiet, Zürich

A Vorträge/Interviews/Rezensionen

(Auswahl)

1. Grundsatzfragen der sozialen Sicherheit
 
Sozialstaat 2020, Präsentation (pdf 0,114 MB)      
 

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung des CAS Wirtschafts- und Sozialpolitik 2010 an der Hochschule Luzern, Wirtschaft habe ich am 3. Juli 2010 an einer Podiumsdiskussion zum Sozialstaat im Jahr 2020 teilgenommen. Die weiteren Podiumsteilnehmenden waren Dr. phil. Katja Gentinetta, Stellvertretende Direktorin Avenir Suisse, lic. phil. Ruedi Meier, Stadtrat Luzern, Präsident der Städteinitiative Sozialpolitik und Prof. Dr. iur. Roland A. Müller, Mitglied der Geschäftsleitung des Schweizerischen Arbeitgeberverbands, Ressortleiter Sozialpolitik.

Die Wohlstandsverteilung als entscheidende Frage
Wirtschaftliches Wachstum und der Sozialstaat haben in den Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg in der Schweiz zu einer Ausbreitung des Wohlstandes und zur Lösung von wesentlichen Fragen der materiellen Existenz beigetragen. Nie zuvor in der Geschichte konnten alle Schichten der Gesellschaft von einem derart hohen materiellen Lebensniveau profitieren.

Die alte Regel des Wohlfahrtsstaates, wonach es allen immer besser geht, gilt nun aber seit Anfang der Neunzigerjahre nicht mehr. Der Sozialstaat konnte und kann seither nicht mehr verhindern, dass
• der Abstand zwischen Reich und Arm „unaufhaltsam“ wächst,
• ein wachsender Anteil der Bevölkerung ständig von Armut bedroht ist (Frage der Prekarität) und
• der Mittelstand sich neu zusehends der Vorhersehbarkeit und Sicherheit seiner materiellen Existenz beraubt sieht.

Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Realitäten haben sich stark verändert und dieser Prozess geht trotz aktueller Hochkonjunktur weiter. Er bewirkt im Resultat schleichend eine Zweiteilung der Gesellschaft. Reichtum und Armut werden weitervererbt: Es kann von einer "Feudalisierung der Gesellschaft" gesprochen werden (Hans Kissling, Reichtum ohne Leistung, Die Feudalisierung der Schweiz, Zürich 2008). Die Wahrnehmung und die Bewältigung dieser Veränderungen erfolgt nur verzögert.

Die Frage der Wohlstandsverteilung, also die Frage, wie die Früchte des wirtschaftlichen Erfolgs verteilt werden, wird in den letzten Jahren zunehmend mit dem Verweis auf die „Logik des Marktes“ in den Hintergrund gedrängt und der Vorgang des Umverteilens in der aktuellen öffentlichen Debatte oft einseitig als „Weg-Nehmen“ dargestellt. Die Begriffe „Verteilung/Umverteilung“ sind zu eigentlich tabuisierten Unwörtern geworden. Wer sie verwendet, wird, da angeblich des ökonomischen Sachverstandes entbehrend, nicht mehr ernst genommen. Es ist eine Ökonomisierung des Denkens zu beobachten.

Die klassische Frage des Sozialstaats:
• Wer bekommt was, wie und warum – und auf welche Weise wird es finanziert?

wird zunehmend
• im Lichte von Leistung und Vorleistung oder
• in der Polarisierung, z.B. von Invaliden und Scheininvaliden oder von „echten“ und „unechten“ Armen diskutiert.

Die in diesem Zusammenhang oft zitierte Leistung hat jedenfalls nicht allein mit Verdienst, sondern oft ebenso mit Macht zu tun. Verdrängt die Ökonomisierung des Denkens die Frage der Macht? Macht wird als Möglichkeit verstanden, sich Einfluss und Mittel zu verschaffen und zu behalten: In der Gesellschaft. Im Arbeitsmarkt. Leistungsfähigkeit im ökonomischen Sinne als einzigen Maßstab für die Verteilung der gesellschaftlichen Ressourcen hinzuzuziehen, überzeugt nicht. Macht findet ihr Gegenstück in der Ohnmacht: Was an Ohnmacht und Demütigung verursachen wir z.B. bei jenen, die der Arbeitsmarkt „nicht will“? Bei den Jungen, den Menschen aus anderen Kulturkreisen und den älteren Arbeitnehmenden?

Aus meiner Sicht ist Sozialpolitik eine umfassende Strategie zur Teilhabe an der Gesellschaft und nicht allein zur Bewältigung existenzieller Probleme. Die Gewährleistung von Sicherheit gegenüber den Wechselfällen des Lebens ist wichtig, aber nicht das allein Wichtigste. Ebenbürtige Ziele des Sozialstaates sind die Hebung und möglichst gleichmässige Ausbreitung des Wohlstandes. Dabei geht es eben um die Teilhabe möglichst vieler Menschen daran. Dies entspricht dem Grundpostulat nach gesellschaftlicher Gleichheit. Die égalité behält nebst der liberté und der fraternité (letztere am ehesten mit gesellschaftlicher Solidarität zu umschreiben) ihre Bedeutung!

     
         
Ergänzungsleistungen für Familien: Wunschdenken oder Notwendigkeit?
Einleitung: Ergänzungsleistungen zur AHV/IV - Ziele, Kernmechanik, wirtschaftliche Bedeutung, Perspektiven (Präsentationsfolien (ppt 0,7 MB)
     
 

Seit Mitte der 1990er-Jahre stehen Ergänzungsleistungen für einkommensschwache
Familien auf der sozial- und familienpolitischen Agenda der Schweiz. Die Idee der Familien-EL geht auf den Kanton Tessin zurück, der damit seit 1997 das Problem der Familienarmut entschärfen kann. Seit 1995 setze ich mich in meinen Publikationen mit dieser Frage auseinander und für diese Leistungen ein.

Am 27. April 2010 habe ich an einer Veranstaltung der Hochschule Luzern, des Luzerner Forums für Sozialversicherungen und soziale Sicherheit und der Schweizerischen Vereinigung für Sozialpolitik das Wichtigste zu den EL zur AHV/IV zusammengefasst (beinahe im Sinne eines Repetitoriums für den eiligen Menschen...).

Flyer der Veranstaltung (pdf 1,33 MB)

     
         
Neue Modelle und Grunderfordernisse sozialer Sicherheit (Präsentationsfolien, pdf 1 MB)      
  Meinen Ausführungen am Caritas-Forum "Selber Schuld – Eigenverantwortung im Sozialstaat" vom 26. Januar 2007 in Bern gab ich den Untertitel "Riskante Freiheiten und soziale Sicherheit: Heutige Armutsrisiken im Spannungsfeld zwischen individueller und gesellschaftlicher Verantwortung".
Die Berichterstattung der NZZ vom 27. Januar 2007 zieht eine Bilanz der Veranstaltung (pdf 0,06 MB).

     
         
Die neue soziale Frage (pdf 0,06 MB)      
 

Als Präsident habe ich mich am 28. August 2006 in Bern an der Feier zum 80jährigen Jubiläum
der Schweizerischen Vereinigung für Sozialpolitik (SVSP) zur neuen sozialen Frage geäussert
(5 Seiten).

Ehrengast der Veranstaltung war der renommierte US-Wirtschaftshistoriker Peter Lindert, Professor University of California - Davis. Sein Referat war der Frage "Sozialstaat und wirtschaftliche Effizienz – ein Widerspruch?" gewidmet. Die Sozialausgaben wachsen seit Jahren. Die Teilhabe vieler Menschen an den Früchten des gesellschaftlichen Erfolgs ist trotzdem immer weniger gewährleistet. Der Sozialstaat steht unter erheblichem Legitimationsdruck. Ist er noch zu bezahlen? Behindern hohe Sozialausgaben das Wirtschaftswachstum? Peter Lindert hat Statistiken aus 21 Ländern und zwei Jahrhunderten analysiert. Er stellte die Erkenntnisse seiner Studie vor: Soziale Sicherheit und Umverteilung müssen dem Wachstum nicht schaden.
Auf der Website der SVSP finden Sie unter "Themen/Dokumente" Peter Linderts Referat, seine Präsentationsfolien und weitere Referate.

     
         
Zwischen Befähigungseuphorie und Gerechtigkeit (pdf 0,02 MB)      
 

Nationale Tagung in Freiburg vom 23. März 2006:
5. IVG-Revision und Interinstitutionelle Zusammenarbeit (IIZ): Chancen und Risiken für die Sozialhilfe, Eröffnungsreferat (3 Seiten).

     
         
Nachdenken über den Sozialstaat (pdf 0,04 MB)      
 

Verteidigung oder Radikalkritik? In einem kleinen Aufsatz zur Studie "Ein neues Leitbild für der Sozialstaat" von Stephan Lessenich und Mathias Möhring-Hesse umreisse ich grundsätzliche Aspekte zu den Reformperspektiven des Sozialstaats in Deutschland und der Schweiz
(2 Seiten, erschienen im April 2005 in der ZeSo Nr. 1/2005).

     
         
Ohne Gemeinnützigkeit funktioniert keine Gesellschaft (pdf 0,08 MB)      
  Unter diesem Titel ist in der Revue der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft SGG vom Juni/Juli 2004, 143. Jahrgang ein Interview mit mir als Präsidenten der Schweizerischen Vereinigung für Sozialpolitik (SVSP) zu Grundsatzfragen der Zivilgesellschaft und des Sozial staates erschienen (2 Seiten).      
         
Aussschluss aus der Arbeitswelt - Wege aus der Rentenfalle (pdf 0,06 MB)      
  Der Ausschluss aus der Arbeitswelt ist erschreckend. Für den Einzelnen, aber auch für die
Gesellschaft. Die Sozialsysteme müssen immer mehr Menschen auffangen. Die Kosten-
entwicklungen in der Arbeitslosenversicherung, in der Invalidenversicherung und bei der
Sozialhilfe sind besorgniserregend. Hier kann das Einleitungsreferat zur gleich lautenden
Tagung der Schweizerischen Vereinigung für Sozialpolitik vom 4. November 2004 in Luzern
heruntergeladen werden (4 Seiten).
     
         
Armut breitet sich schleichend aus, sodass wegsehen vielen leicht fällt pdf (0,02 MB)      
  An der nationalen Tagung SKOS/ARTIAS/SVSP vom 5.Juni 2003, Fribourg "Armutsbekämpfung und Föderalismus: Antworten aus Forschung und Politik" habe ich in meiner Schluss-
betrachtung das Spannungsfeld zwischen Sozialversicherung und Sozialhilfe sowie der Gesellschaft mit zwei Geschwindigkeiten skizziert (2 Seiten).
     
         
Ist die gesellschaftliche Solidarität in der Schweiz gefährdet? (pdf 0,03 MB)      
  In meinem Einführungsreferat zum öffentlichen Podiumsgespräch vom 10. April 2002 an der
Universität Luzern gebe ich eine Antwort aus sozialpolitischer Sicht (7 Seiten).
     
         
 
2. Gesundheitswesen und Altersfragen
 
Integrierte Behandlungsnetze: die Rolle des Akutspitals      
 

Am H+ Kongress vom 3. November 2011 im Bellevue Palace, Bern mit dem Thema "Integrierte Behandlungsnetze: Kooperation und Konkurrenz" habe ich mich zur Rolle der Spitäler in der Integrierten Versorgung geäussert:

Präsentation 3. November 2011 (pdf 2,2 MB)

Beitrag dazu in der Zeitschrift Care Management 2011 Nr. 6, S. 32 f.

 

     
Von parallelen Realitäten - kommunikative und kulturelle Herausforderungen für die Integrierte Versorgung      
 

Am 2. Kölner Symposium zur Integrierten Versorgung an der Hochschule Fresenius vom
6./7. April 2011 habe ich die Key Note gehalten. Dabei habe ich die Bedeutung der Kommunikation und der Wahrnehmung der unterschiedlichen Realitäten der verschiedenen Akteure skizziert.

Zusammenfassung der Key Note

     
Vom Hippokrateseid zur institutionalisierten Gesundheitsversorgung
Herausforderungen des Gesundheitswesens unter besonderer Berücksichtigung der Spitäler
     
 

In diesem Referat vom 6. Mai 2010 an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften, Departement Soziale Arbeit widme ich mich gesundheitsökonomischen Aspekten zur Steuerung des Gesundheitswesens. Dabei geht es letzten Endes um die Frage der "guten Verteilung" der Ressourcen, mithin um die Frage der sozialen Gerechtigkeit.

Präsentation 6. Mai 2010 (pdf 7,8 MB)

     
         
Oszillierende Organisationen – kommunikative und kulturelle Herausforderungen für das Gesundheitswesen      
 

Im 8. Zürcher Geriatrieforum Waid "Kommunikation im medizinischen Alltag: Kunst oder Handwerk?", das wiederum von Daniel Grob und mir konzipiert worden ist und am 3. Juli 2008 in Zürich stattgefunden hat, haben Persönlichkeiten aus Praxis und Wissenschaft wichtige Aspekte der Kommunikation im Gesundheitswesen erörtert.

Auf der menschlichen Alltagsebene definiert Kommunikation (abgeleitet vom lateinischen
„communicare“: teilen, mitteilen, teilnehmen lassen, gemeinsam machen, vereinigen) ein
gemeinschaftliches Handeln, in dem Gedanken, Ideen, Wissen, Erkenntnisse, Erlebnisse
(mit)geteilt werden und auch neu entstehen. Im weitesten Sinne wird darunter auch das
wechselseitige Übermitteln von Daten oder Signalen verstanden. In den technischen
Disziplinen wird Kommunikation zumeist als eine Verbindung von Geräten betrachtet, deren Zustände sich infolge dieser Verbindung wechselseitig verändern.

Kommunikation hat damit zwei Gesichter: Einerseits geht es um die Interaktion zwischen
einzelnen Menschen, andererseits um das Funktionieren eines irgendwie organisierten
Systems. Beide Aspekte sind untrennbar miteinander verbunden. Je komplexer und filigraner ein System ist, desto höhere Anforderungen stellt es an die Kommunikation.

In meinen Ausführungen bin ich auf die systemische Bedeutung der Kommunikation in unserem Gesundheitssystem eingegangen.

Abstract 3. Juli 2008(pdf 0,02 MB)
Präsentation 3. Juli 2008 (pdf 5 MB)
Tagungsdokumentation 3. Juli 2008 (0,6 MB)

     
         
Gesundheitspolitische Perspektiven: Gesundheitsnetz 2025 der Stadt Zürich      
 

Seit der Lancierung im Juli 2007 habe ich mich bei verschiedenen Gelegenheiten im In- und Ausland in Vorträgen und Diskussionsrunden zum Gesundheitsnetz 2025 der Stadt Zürich (GN 2025) geäussert. Ich fasse wichtige Aspekte kurz wie folgt zusammen.

Der Prozess GN 2025 ist vom Gesundheits- und Umweltdepartement der Stadt Zürich mit dem Ziel initiiert worden, das Gesundheitswesen der ganzen Stadt langfristig und nachhaltig in Richtung einer integrierten Versorgung weiterzuentwickeln. Mit einer besseren Vernetzung der Leistungserbringer, mit neuen Zusammenarbeitsformen und neuen innovativen Angeboten soll eine explizit patientinnenorientierte Grundversorgung aufgebaut werden. Gefragt sind Angebotsformen, die hohe Versorgungsqualität mit Kostenbewusstsein vereinen.

Im Gesundheitsnetz 2025 soll Wandel von innen heraus, durch im Arbeitsalltag verankerte Pilotprojekte ermöglicht werden. Neue Erfahrungen und Erkenntnisse werden bei Erfolg Standards setzen.

Wie gelingt ein solches Unterfangen in einem komplexen und von unterschiedlichen Interes­sen geprägten Umfeld? Wie gelingt es einer städtischen Verwaltung die eigenen und die externen Akteure zu motivieren, neue Zusammenarbeitsformen zu erproben? Wann sind Netzwerke leistungsfähig? Wie kann ein offener, von Eigeninteressen geprägter Prozess gelenkt werden? Und wie kann neben der konkreten Arbeit in den einzelnen Projekten die Gesamtsicht beibehalten werden?

Voraussetzungen für den erfolgreichen Aufbau eines Netzwerks sind

  • das Erkennen von gemeinsamen Interessenlagen,
  • die Fähigkeit, sich berufsgruppen- und institutionenübergreifend auf fremde Interessenlagen einzulassen (und damit auch die Leitcodes der Beteiligten anzuerkennen)
  • die Gelassenheit, Unterschiede zwischen den Netzpartnerinnen dauerhaft auszuhalten.

Vertrauensbildend wirkt

  • die Einigung auf eine gemeinsame Realitätssicht,
  • die gemeinsame Definition von Zielen und
  • eine wissenschaftliche Begleitung.

Der angestrebte Wandel wird somit auch zu einer Frage gelingender Kommunikation. Bedeutsam sind

  • das Schaffen von „Räumen“, welche die Kommunikation zwischen „oben und unten“ und „innen und aussen“ ermöglichen (entsprechend den unterschiedlichen Prinzipien „Hierarchie“, „Projekt“ und „Netzwerk“) und
  • eine periodische Selbstreflexion des Prozesses, der Methodik und der Ziele.

Ich stelle hier die Präsentation zur Verfügung, die meine Ausführungen an der Internationalen Vortrags- und Diskussionsveranstaltung: Erfahrungen in der Integrationsversorgung, Beispiele und Perspektiven aus der Schweiz, der Türkei und Deutschland, organisiert von der Gesellschaft für sozialen Fortschritt e.V. und der Schweizerischen Vereinigung für Sozialpolitik (SVSP) am 10. April 2008 in Berlin, unterstützt hat:

Präsentation 10. April 2008 (pdf 5 MB)

Einen konzisen Überblick zum GN 2025 vermittelt die vom Gesundheits- und Umweltdepartement herausgegebene Broschüre, eine Lagebeurteilung aus wissenschaftlicher Sicht findet sich im Beitrag Prof. Frank Schulz-Nieswandts vom 3. Juli 2007:

Broschüre Gesundheitsnetz 2025 (pdf 0,34 MB)

Beitrag F. Schulz-Nieswandt Gesundheitsnetz 2025: Innovation in der Gesundheitsversorgung in Zürich (pdf 0,166 MB)

     
         
Die Geriatrie zwischen Gesundheits- und Sozialpolitik (Abstract, pdf 0,01 MB)      
 

Meine Ausführungen am 9. Wiener Internationalen / 15. Deutschen / 47. Österreichischen / 2. Gemeinsamen Österreichisch-Deutschen Geriatriekongress vom 9. – 12. Mai 2007 in Wien zeigen auf, wie die Geriatrie im politischen Fadenkreuz steht.

Die Gleichung alt = arm gilt heute in der Schweiz nicht mehr wie noch bis anfangs der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts. Alter bedeutet kaum mehr finanzielle Abhängigkeit von der Sozialhilfe oder von Verwandten – dank der Ausbreitung des Wohlstands, aber auch dank des Sozialstaats, also dank der Altersvorsorge, der sozialen Krankenversicherung sowie einer ausgebauten öffentlichen Gesundheits- und Heimversorgung. Die Beseitigung der Altersarmut ist eine der Errungenschaften der Sozialpolitik.

Die Alterung der Gesellschaft und damit auch die Geriatrie werden seit einiger Zeit heftig diskutiert: Im Fokus stehen dabei die Kosten für die Altersvorsorge und das Gesundheitswesen. Es wird behauptet, die alten Menschen seien für den Rest der Gesellschaft, also für die Jungen und Erwerbstätigen, „finanziell nicht mehr tragbar“. Die Gleichung alt = arm wird durch die Gleichung alt = krank und teuer ersetzt.

Im Referat wird erklärt, weshalb weniger die Entwicklungsdynamik der Medizin, sondern der gesundheits- und sozialpolitische Wille die Geriatrieentwicklung fördert und bestimmt: Die Hinfälligkeit des alten Menschen anzunehmen, ihn solidarisch mitzutragen wird dabei als eine wichtige Aufgabe der Gemeinschaft verstanden, der Kampf gegen das Alter als ein Kampf gegen sich selber.

     
  Präsentation 10. Mai 2007 (pdf 2,3 MB)      
         
Wenn die grosse Grippe kommt.........(pdf 0,4 MB)      
  In der Februar-Nummer 2007 der Sozialen Medizin, Basel (www.sozialemedizin.ch) bin ich zu Fragen der allgemeinen und betrieblichen Pandemieplanung interviewt worden (5 Seiten): rationaler Umgang mit der Bedrohung einer (Grippe)pandemie und umsichtige Vorbereitung zur Bewältigung auf Stufe Behörden und Betriebe als Zielvorstellungen.      
         

Integrierte Gesundheitssysteme: Potenzial und Grenzen (Tagungsdokumentation, pdf 0,6 MB)

     
  Das Thema des wiederum von Daniel Grob und mir konzipierten 6. Zürcher Geriatrieforums Waid vom 15. Juni 2006 ist auf grossses Interesse gestossen.

Die Tagungsdokumentation gibt einen umfassenden Überblick (78 Seiten): Unter dem Begriff „integrated care“ oder "Integrierte Gesundheitsversorgung bzw. -systeme" wird eine sektor- (Pflege, Ärztinnen, Therapeuten, usw.) und fachübergreifende Betreuung von kranken Menschen verstanden, unter Einbezug von Spitälern, Hausärzten, Spezialärztinnen, Spitex, ambulanter und stationärer Rehabilitation, Alters- und Pflegeheimen, Apotheken und dem massgeblichen sozialen Umfeld. Wie funktionieren solche Systeme? Wo gibt es Barrieren? Wo entsteht ein Nutzen?

Nicht nur in der Schweiz wird über solche zukunftsträchtigen integrierten Gesundheitssysteme nachgedacht. Und wie ein Blick über die Grenzen zeigt, wird auf diesem Gebiet sogar schon länger experimentiert. Die Tagung hat Gedankenanstösse gegeeben und Wege aufgezeigt, wie und in welcher Richtung auch in der Schweiz Schritte zu einer vermehrten Integration gesundheitlicher und sozialer Dienstleistungen unternommen werden können.
Kurz-Rückblick und Erkenntnisse der Tagung (pdf 0,02 MB)

     
         
Lanzgzeitpflege in der Schweiz - Finanzierung und grundsätzliche Aspekte (Abstract, pdf 0,01 MB)      
  In meinem Beitrag zum 1. Internationalen Geriatrietag vom 4. März 2006 in Rosenheim, Bayern
skizziere ich das schweizerische System der Langzeitpflege (Finanzierung auch im Vergleich zu
anderen Bereichen des Gesundheitswesens).
Präsentationsfolien

Tagungsband (1,6 MB)
     
         
Umgang mit pflegebedürftigen Menschen im Gesundheitswesen - heute und morgen (pdf 0,12 MB)      
  In meinem Beitrag zum 5. Zürcher Geriatrieforum Waid vom 19 .Mai 2005 habe ich
wichtige Fragestellungen rund um die moderne Medizin (zunehmende Bedeutung der
Geriatrie anhand von Beispielen aus der Praxis, Kehrseite des medizinischen Fortschritts:
Chronifizierung vieler Leiden) skizziert und mögliche Finanzierungsperspektiven auf-
gezeigt (20 Seiten).
Präsentationsfolien
     
         
Klinische Sozialarbeit aus gesundheitspolitischer Sicht (pdf 0,03 MB)      
  An der Fachtagung vom 8. November 2004 zur Zukunft der klinischen Sozialarbeit in Brugg
äusserte ich mich zu den grundsätzlichen Fragestellungen dieses Berufsfeldes (7 Seiten).
     
         
Kultur des Alterns - Leben und Krankheit im Alter (pdf 0,4 MB)      
  Die Tagungsdokumentation des 4. Zürcher Geriatrieforum Waid vom 14. Juni 2004 (47 Seiten), das Daniel Grob und ich konzipiert haben, enthält verschiedene interessante Abhandlungen zur Alterung der Gesellschaft, den damit verbundenen Fragestellungen und zum Umgang der Gesellschaft mit dem Alter. Die Gesellschaft des langen Lebens und die vorherrschende Kultur des Alterns beeinflussen die Gestaltung der sozialen Sicherheit wesentlich mit.      
         
Gesundheitswesen - Aspekte gesellschaftlicher Solidarität (pdf 0,2 MB)      
  2003 habe ich zusammen mit Daniel Grob das interdisziplinär konzipierte Buch "Der alte
Mensch im Spital - Altersmedizin im Brennpunkt" herausgegeben. In meinem hier als Download
bereitgestellten Beitrag stelle ich das Gesundheitswesen in seinen gesellschaftlichen und gesundheitspolitischen Zusammenhängen dar (47 Seiten).
     
         
         
         
B Lehrtätigkeit
 
Fachhochschule Zentralschweiz
Hochschule für Wirtschaft

Nachdiplomstudium Sozialversicherungsmanagement
1998 – 2003: Lehrveranstaltung Recht
Master of Advanced Studies Social Insurance Management
ab 2008: Fachrat

         
Universität Freiburg i.Ue.
Departement für Sozialarbeit und Sozialpolitik, Deutschsprachiger Lehrstuhl
Studium der Sozialarbeit und der Sozialpolitik

Studium der Sozialarbeit und Sozialpolitik
2003 - 2004: Lehrveranstaltung Rechtliche Aspekte im Kontext der Sozialpolitik
2004 - 2005: Lehrveranstaltung Sozialwesen Schweiz - Ziele und Inhalte (pdf 32 KB)
2005 - 2006: verschiedene Aspekte und Module in Lehrveranstaltungen Sozialstaat und Sozialpolitik

 

Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften
Departement Soziale Arbeit

CAS Soziale Gerontologie
ab 2007: Lehrveranstaltung im Modul Sozial-, gesundheits- und wirtschaftspolitische Perspektiven
 
 
Unterlagen zu den Vorlesungen (Stand Wintersemester 2005/2006)

Vorbemerkung

Seit Mitte 2006 habe ich meine Lehrtätigkeit auf wenige Referate oder die Teilnahme an Workshops, Podien etc. in Lehrveranstaltungen verschiedener Hochschulen bzw. die Einsitznahme in einem Fachrat konzentriert. Die dabei präsentierten Unterlagen werden nicht hier, sondern oben unter lit. A publiziert.


Die im Folgenden bereitgestellten Vorlesungsunterlagen aus den Vorjahren können im Grundgehalt Interessierten bei der Durchdringung wichtiger Aspekte der sozialen Sicherheit dienen. Zu beachten ist, dass sie bezüglich Rechtssetzung und Praxis nicht à jour gebracht werden.

         
Grundvorlesung 1 Soziale Sicherheit als Ausdruck gesellschaftlicher Solidarität (pdf 557 KB)
Grundvorlesung 2 Erscheinungsformen und Grundmodelle der sozialen Sicherheit (pdf 1 MB)
Grundvorlesung 3 Gesundheitswesen als Teil des Soziawesens (pdf 800 KB)
Grundvorlesung 4 Kleine Gesetzgebungslehre (pdf 234 KB)
Grundvorlesung 5 Allgemeine Verfassungsprinzipien und allgemeine Rechtsgrundsätze (pdf 193 KB)
Grundvorlesung 6 Standards des Verwaltungsverfahrens (pdf 83 KB)
   
Grundlagenmodul Rechtsquellen und Wissensportale zur sozialen Sicherheit (pdf 1,5 MB)
 

mit Hinweisen, wie das Wissen zur schweizerischen sozialen Sicherheit über das WORLD WIDE WEB erschlossen werden kann

   
Grundlagenmodul Statistiken zur Gesamtrechnung der Sozialversicherungen 2001 (pdf 111 KB)
Grundlagenmodul Statistiken zur Gesamtrechnung der Sozialversicherungen 2002 (pdf 111 KB)
Grundlagenmodul BSV-Faltblatt 2004 Sozialversicherung der Schweiz (pdf 339 KB)
   
Ergänzungsmodul Statistiken/Ansätze zur Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) (pdf 701 KB)
Ergänzungsmodul Statistiken/Ansätze zur Invalidenversicherung (IV) (pdf 737 KB)
Ergänzungsmodul Statistiken und Ansätze zu den Ergänzungsleistungen zur AHV/IV (EL) (pdf 796 KB)
Ergänzungsmodul Statistiken und Ansätze zur beruflichen Vorsorge (BV) (pdf 94 KB)
Ergänzungsmodul Statistiken und Ansätze zur sozialen Krankenversicherung (KV) (pdf 101 KB)
Ergänzungsmodul Statistiken und Ansätze zur Unfallversicherung (UV) (pdf 104 KB)
Ergänzungsmodul Statistiken und Ansätze zur Erwerbsersatzordnung (EO) (pdf 103 KB)
Ergänzungsmodul Statistiken und Ansätze zur Arbeitslosenversicherung (ALV) (pdf 125 KB)
Ergänzungsmodul Statistiken und Ansätze zu den Familienzulagen (FZ) (pdf 85 KB)
Ergänzungsmodul Statistiken und Ansätze zur Sozialhilfe (pdf 47 KB)
   
Vertiefungsmodul Soziale Gerechtigkeit im Schweizer Sozialsstaat (pdf 205 KB)
   
Erfolgskontrolle     Beurteilungsraster Gruppenarbeiten (pdf 17 KB)
Erfolgskontrolle     Gruppenarbeiten Sommersemester 2004 (pdf 53 KB)
Erfolgskontrolle     Vertiefung/Downloads Gruppenarbeiten 2004 (pdf 11 KB)      

Erfolgskontrolle     Vertiefung/Downloads Wintersemester 2004/2005 (pdf 11 KB)

     
         
         
Weitere Unterlagen sind unter Basis-Informationen zur sozialen Sicherheit (Links/Downloads) zu finden.